Viki zum Abschied auf allen Kanälen

Viktoria Schnaderbeck Jambo Bukoba katika TV
Bukoba – Am Schluss lief Viktoria Schnaderbeck in den Abendnachrichten. Zur Primetime auf allen wichtigen Kanälen in Ostafrika. Da staunte selbst die Kapitänin der österreichischen Nationalmannschaft nicht schlecht. Sie saß gerade beim Essen in einem Lokal über den Hügeln Bukobas mit Blick auf den Victoriasee, als sie plötzlich über den Bildschirm an der Wand flimmerte. Beim Zappen tauchte sie dann auch noch auf anderen Sendern auf.
Besser hätte der Besuch der Botschafterin von „Jambo Bukoba“ nicht ausklingen können. Auch Clemens, Lameck und Cletus kamen neben einiger der Mädchen, die an Vikis Trainings teilgenommen hatten, zu Wort – die Initiative, ihre Arbeit und Visionen sind nun ein überregionaler Begriff. Die Journalisten hatten schnell gearbeitet, offensichtlich fanden sie das Thema interessant und aktuell; erst wenige Stunden zuvor hatte die Steiererin nach einem Spiel der Mädchen geduldig Interviews gegeben und sogar Botschaften auf Suaheli verlesen.
„Es ist super, dass wir so einen prominenten Sendeplatz bekommen haben, damit hätte ich nie gerechnet – und online sind die Beiträge zudem zu sehen“, sagte sie, „besser hätte es nicht laufen können.“

Bemerkenswert: Wenn Viki von „Jambo Bukoba“ spricht, sagt sie inzwischen „wir“. Die Reise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt, meinte sie bei ihrem Fazit auf der Heimreise beim Zwischenstopp in Entebbe/Uganda. „Ich bin nach Bukoba geflogen, um ein Gefühl für die Situation und die Aufgaben vor Ort zu bekommen – so etwas kann man nicht über Videos und Bilder erfahren“, erzählte sie. „Das hat super geklappt, ich habe einen ungeheuer tiefen Einblick bekommen – nicht zuletzt weil ich sogar bei den Verhandlungen dabei war, wenn es um mögliche neue Projekte gegangen ist.“ Ihr Motto: „Jetzt erst Recht.“

Viktoria-Schnaderbeck-Jambo-Bukoba
Wie die Mädchen nach den Trainingseinheiten glücklich tanzten und in Dauerschleife „Viki, Viki“ sangen, wird ewig im Gedächtnis bleiben. Auch der Besuch zuhause bei der 15-jährigen Liberata ist etwas, was man als gewöhnlicher Tourist nie erleben würde. Traurige Erlebnisse gehören in Afrika womöglich noch mehr zum Alltag als anderswo; auch hier haben sich Bilder eingebrannt. Vorrangig die Begegnung mit einem kindlichen Albino in einer Inklusionsschule, der wegen einer Bauch-Operation fast gestorben wäre und dennoch nicht von seinen Eltern besucht wurde, weil Albinos in Afrika oft unter Verfolgung leiden. „Es gab viele Situationen, in denen einem richtig bewusst wird, wie wichtig es ist, zu helfen“, sagte Viki. Manche Kinder spielten beim Training nur mit einem Schuh – sie teilen sich ein Paar. Ein trauriges wie schönes Bild, zeigt es die ärmlichen Verhältnisse genauso wie Improvisationstalent, Willen und Gemeinschaftsgeist.

Viktoria Schnaderbeck -Jambo Bukoba
In ihrer letzten Nacht in Tansania feierte Viki ihren 27. Geburtstag. Auch das sagt viel aus über ihren Einsatz für „Jambo Bukoba“, nicht jeder würde Silvester und seinen Jubeltag für eine Projektreise opfern. Der Kuchen, den sie als Überraschung bekam, schmeckte ihr bestens – genauso wie „Senene“, gebratene Grashüpfer, die hiesige Spezialität. Viki ist in Tansania auf den Geschmack gekommen. Und dass sie zum Geburtstag auf allen Kanälen lief, war das schönste Geschenk. Nicht nur für Viki. Sondern für „Jambo Bukoba“.

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