Viki lernt Tansania kennen: „Jambo Bukoba“ macht Schule

Viktoria Schnaderbeck Jambo Bukoba

Bukoba – Es ist schon komisch: Normalerweise kommen die Menschen nach Tansania, um dort auf den Kilimandscharo zu kraxeln, die Serengeti zu bereisen und im Ngorongoro Krater die Tierwelt Afrikas zu erforschen. Viki Schnaderbeck reist aber nicht als Touristin durch Bukoba. Und lernt Tansania dabei kurioserweise besser kennen als die Besucher, die die gängigen Pfade wählen.

Als Botschafterin von „Jambo Bukoba“ war sie diese Woche immer dabei, wenn Clemens und sein Team ihre Projekte absteckten. Vor allem die Schulsituation steht im Fokus, und da sind die Verhältnisse mit zuhause kein bisschen zu vergleichen. „Wir haben eine Schule besucht, da war es normal, dass 200 Kinder in einem einzigen Raum Unterricht hatten – bei uns daheim wäre das unvorstellbar“, sagt Viki. Zumal das Klassenzimmer normale Ausmaße hatte. Selbst bei fünf Kindern auf einer Schulbank mussten einige stehen. „Bei einer anderen Schule war es so, dass die Kinder ohne Frühstück kommen und es bisher auch keine Möglichkeit gab, ihnen ein Mittagessen zu geben.“ Es gehört zum Alltag, dass manche während des Unterrichts einfach einschlafen, weil sie so entkräftet sind.

Ngara Kihinga shuleni
„Jambo Bukoba“ versucht, zu helfen, wo es geht – vorausgesetzt, im Gegenzug wird eine Eigeninitiative realisiert. Wenn die Menschen in der Familie ihren Teil beim Bau leisten, wäre bei der einen Schule ein Zuschuss für weitere Klassenräume denkbar. Bei der zweiten Einrichtung versprachen die Verantwortlichen nun, ein tägliches Frühstück zu etablieren. Dazu werden jeden Tag eine Stunde lang die Spiele von „Jambo Bukoba“ gespielt. Im Gegenzug hilft Clemens und sein Team, einen Fußballplatz zu realisieren, auf dem die Kinder von sieben angrenzenden Schulen ebenfalls Sport machen dürfen.

Viktoria Schnaderbeck Jambo Bukoba kitendaguro
Die Gespräche sind intensiv, Clemens will, dass sich die Leute auch selbst bewegen. Nur Geld geben alleine ist keine echte Hilfe. „Ich lerne hier jeden Tag, was hier so dazugehört, um Dinge in die Wege zu leiten“, sagt Viki. „Jambo Bukoba“ macht Schule. Das sorgt für Lerneffekte bei den Menschen von Tansania genauso wie bei Besuchern aus der Ferne – sofern sich diese die Mühe machen, die gängigen Pfade zu verlassen. Es lohnt sich.

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