Projektreise Tansania 2017

Bericht zur Projektreise 2
14. – 31. Jan 2017

In diesem Jahr reisten Sophie, Renate, Gertrud und Franz bereits am 14. Januar, eine Woche vor Clemens und Harish, nach Bukoba, um ausgewählte Schulen und Lehrer*innen zu besuchen, den Fortschritt und abgeschlossene Bauprojekte zu besichtigen.

Die Reise mit Emirates mit kurzem Zwischenstopp in Dubai nach Entebbe/Kampala in Uganda erwies sich als recht effektiv. Die 40 km lange Fahrt vom Flughafen Entebbe nach Kampala, vorbei an zahlreichen mehr oder weniger einfachen Geschäften und Verkaufsständen, viel Verkehr auf zweispuriger Straße ist für jeden Europäer ein nachhaltiges Erlebnis. Am Ende dauerte die Fahrt nahezu eineinhalb Stunden. Aber es sei gut gelaufen, meinte Sam, unser Fahrer.

Das kleine Hotel Banda Inn ist wie eine Oase, kein Verkehrslärm, das satte Grün des Gartens, scheinbar schon wieder weit weg von dem sehr lebhaften Treiben in der Stadt.

Am nächsten Morgen brachen wir mit Sam um 8 Uhr auf, um die Grenze zu Tansania um 14 Uhr zu erreichen. Die Fahrt quer durch Kampala, nun am Montagmorgen mit noch mehr Verkehr, vielen klapprigen Autos, Motorrädern mit drei Passagieren, übervollen Daladalas (Kleinbussen), altertümlichen Fahrrädern und vielen Menschen, zu Fuß unterwegs, schien unendlich zu dauern. Der Rest der Fahrt über offenes Land war dann wie eine Wohltat. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Äquator erreichten wir dann wie geplant die Grenze zu Tansania, wo uns Gonzaga abholte. Die Aus- und Einreiseformalitäten dauerten etwas, doch am Ende strahlten wir: Wir waren in Tansania angekommen. Ehe es weiterging, ein erstes typisches Essen: einen Teller mit einer stattlichen Portion Kochbananen, Fisch aus dem Viktoriasee, etwas Gemüse und einer scharfen Soße dazu – Gonzagas Lieblingsessen. Die Töchter des Hauses servierten und kamen einem dabei so nahe, als wollten sie jedem von uns ‚guten Appetit‘ ins Ohr flüstern – eine eher devot wirkende Geste, jedoch Ausdruck der Ehrerbietung dem Gast gegenüber.

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Bereits am nächsten Tag begann das Programm unserer ersten Woche, nämlich der Besuch von Schulen, Erfahrungsaustausch mit den Lehrer*innen und Treffen mit den Schüler*innen. Die erste Schule war Mugeza Mseto, eine staatliche Inklusionsschule, die vor allem 50 Albinos ein sicheres Lebensumfeld bietet, ebenso 90 körperlich behinderten und blinden Kindern. Daneben besuchen ca. 500 Kinder aus dem näheren Umkreis die Schule. Albinismus ist in der Kultur vieler afrikanischer Länder ein soziales Stigma, dessen sich die Eltern schämen. Zudem sind Albinos das Ziel abergläubigen Denkens, das oft zur Verstümmelung der betreffenden Kinder führt. Wir trafen ein Mädchen mit Albinismus, das den Schritt auf die Sekundarschule nicht schaffte und für das es die Möglichkeit eines weiteren Schulbesuchs nicht gibt. Das Mädchen will aus Angst auch nicht zurück in ihre Familie, nachdem ihre Schwester als Albino getötet wurde. So bleibt sie in Mugeza Mseto und niemand weiß, wie es weitergehen soll. Gerald, ebenso ein Albino, dagegen erzielte recht gute Noten für den Übertritt auf die Sekundarschule. Allerdings ist seine Familie nicht in der Lage, die sehr begrenzten Mittel für Schuluniform, Bücher, Hefte etc. aufzubringen. Seinem Lehrer Emanuel Malima ist es zu verdanken, dass für ihn spontan eine Lösung gefunden wurde.

Aus Sicht von Jambo Bukoba ist Mugeza Mseto eine echte Erfolgsgeschichte: Die Schule war 2015 Gewinner der Regionalen Bonanza – vor allem dank des Engagements von Emanuel, Lehrer für Englisch und Mathematik, und darüber hinaus Trainer der JB Spiele. Die von Heiko Egert über Jambo Bukoba finanzierten Toiletten wurden in recht gutem Zustand aufgefunden, allerdings stellte sich heraus, dass behinderte Kinder Schwierigkeiten haben, die Toiletten zu nutzen, ohne sich zu beschmutzen. Die Vorrichtung für das Waschen der Hände nach Besuch der Toilette ist primitiv, die hygienische Situation sehr prekär (s. Bild).

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Als weitere Schule besuchten wir dann die Tumaini Schule im Zentrum von Bukoba, in der Grace, Sportlehrerin und FIFA-Schiedsrichterin, die Botschaft von Jambo Bukoba vorbildlich antreibt. Dank der Lukas-Sperling Stiftung konnten zwei Klassenzimmer und ein Lehrerzimmer fertiggestellt werden. Der Empfang durch die versammelten Schüler*innen mit Gesang und Jambo Bukoba Spielen war eine große Freude. Beispielhaft erklärte der Rektor die sehr schwierige Situation in den meisten staatlichen Schulen: Klassen mit bis zu 100 Kindern bedingt durch die begrenzte Anzahl von Lehrer*innen und Klassenzimmern. Die halbe Stunde in der Klasse geistig behinderter Schüler*innen, die hier für einen halben Tag betreut werden, und die Kraft der Eltern, die darauf warteten, ihre Kinder abzuholen, hat uns sehr berührt.

Den Nachmittag verbrachten wir dann in der Gegend von Ishozi, der Heimat von Adolf Mulokozi, Vater von Clemens Mulokozi. Zusammen mit Gertrud besuchten wir das Grab ihres ersten Ehemanns und der Schwiegereltern und auch verschiedene Verwandte. Es war interessant, das so unterschiedliche Verhalten von Männern und Frauen zu beobachten. Die Männer waren eher reserviert, zeigten kaum Emotionen und sprachen kaum. Die Frauen dagegen empfingen Gertrud mit offenen Armen, zeigten ihre Freude und stellten Fragen. Aus den Gesprächen wurde auch deutlich, wie sehr die Menschen darunter leiden, dass es seit November 2016 im Grunde nicht geregnet hatte. Die Wasserstellen seien immer weiter entfernt, was vor allem für die Frauen und Kinder deutlich längere Wege bedeute. Die Kochbananen seien deutlich kleiner und der Mais im Grunde vor der Reife vertrocknet, so dass die Mahlzeiten schmäler als sonst ausfielen.

Für die nächsten Tage hatte Gonzaga seinen Neffen Stephen gebeten, uns als Fahrer zu begleiten und so den Besuch von Schulen in den Distrikten Karagwe, Kyerwa und Biharamulo zu ermöglichen.

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Am Mittwoch fuhren wir dann etwa zwei Stunden auf bestens ausgebauter Straße nach Westen, nach Kayanga im District Karagwe, um die Lehrerin Abella Ndyekobora in ihrer Schule zu besuchen. Wir lernten, dass der Wassertank auf dem Schulgelände, in dem man Regenwasser speichert, seit 10 Jahren defekt sei, finanzielle Mittel für die Reparatur nicht verfügbar seien und deshalb Wasser zugekauft werde. Am Nachmittag verbrachten wir Zeit mit Abella und ihren Kindern, für die wir unter anderem die Spiele ‚Memory‘ und ‚Uno‘ mitgebracht hatten. Es dauerte nicht lange, ehe die Kinder verstanden hatten, worum es ging. Sie würden die ganze Nacht nicht schlafen, so sehr aufgeregt und begeistert seien ihre Kinder, meinte Abella. Am späteren Nachmittag hatten wir dann die Gelegenheit, den Aufklärungsunterricht zu besuchen, den Abella einmal wöchentlich für Mädchen organisiert. Sie hatte in einer einwöchigen Schulung in Kigali, Ruanda, das Curriculum von WASH United kennengelernt. Teilnehmer*innen wie Abella sollen in ihrer lokalen Umgebung Multiplikatoren sein, die Mädchen und junge Frauen aufklären und ihnen ein Verständnis für den weiblichen Körper, verantwortungsvolles Sexualverhalten und weibliche Hygiene vermitteln. In Afrika und auch der tansanischen Gesellschaft sind dies Tabuthemen mit der Folge, dass Millionen von Mädchen und Frauen sehr geringes Verständnis davon haben, was mit ihrem Körper während der monatlichen Menstruation vorgeht. Zusammen mit einer ehrenamtlichen Frau hat Abella begonnen, Mädchen zu vermitteln, wie sich wiederverwendbare Monatsbinden nähen lassen.

Am nächsten Tag fuhren wir dann weiter nach Norden um die Karalo Elementary School zu besuchen, in der William unterrichtet. William ist stellvertretender Schulleiter, Mathematik- und Sportlehrer, und begeister-ter Trainer für Jambo Bukoba. Wie auch immer William wusste, wann wir in der Schule ankommen würden. Die Kinder hatten sich zu beiden Seiten der Straße aufgestellt, um uns zu empfangen. Die Kinder sangen Begrüßungslieder, in denen sie uns namentlich für unseren Besuch dankten – echte Freude und eine kaum zu fassende Begeisterung. In Williams Schule wird das dritte Wasserspeicherprojekt realisiert. Die Bruchsteine, der Kies und Sand – der Beitrag der Gemeinde an den Baukosten war bereits angeliefert worden. Später dann waren wir im Haus von William eingeladen, bescheiden für eine Familie mit drei Kindern. Doch die Gastfreundschaft war überwältigend. Williams Frau hatte mehr Gerichte vorbereitet als auf dem Tisch Platz fanden. Um die Familie zu ernähren und die Kinder auf gute (Privat-)Schulen schicken zu können, hält die Familie Hühner und Ziegen, zum einen zur Selbstversorgung, aber auch um zusätzliches Einkommen zu generieren. Über die Brettspiele, die wir mitgebracht hatten, freute sich William fast noch mehr als die Kinder. Wieviel Spaß hatten wir doch mit ‚Mensch-ärgere-dich-nicht‘. Wir lernten auch über die Härte des Lebens im Dorf. Gerade zu einer Zeit, wenn die Lebensmittel wegen der Trockenheit knapp werden, gibt es in den Familien nur mehr eine Mahlzeit am Tag. Die Kinder laufen mit leerem Magen bis zu einer Stunde in die Schule, sitzen mit leerem Magen bis 14.30 Uhr in der Schule und laufen dann wieder mit leerem Magen nach Hause. Nachdem die Brunnen in Dorfnähe wegen der Trockenheit kein Wasser geben, laufen vor allem die Kinder 4 km weit ins Tal um Wasser zu holen – eine Stunde bergab, eine Stunde bergauf, dann allerdings mit 10-20l Wasser auf dem Kopf, je nach Alter der Kinder.

Kaisho Primary School

Am Freitag wollten wir die Kaisho Primary School, die ehemalige Schule von Aristidia, besuchen. Die 70 km von Kayanga nach Kaisho legten wir auf einer mehr oder minder gut befahrbaren, jedoch extrem staubigen Straße bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 – 50 km/h zurück. Immer wenn uns ein Fahrzeug entgegenkam, mussten wir wegen des Staubs die Fenster schließen. Die Schule war von einem neuen Schulleiter übernommen worden. Aristidia leitet nun eine Schule 20km entfernt von Kaisho. Die Begrüßung durch die vollzählig und in Reih‘ und Glied versammelten Schüler*innen mit tansanischer National- und Jambo Bukoba Hymne war eher formal und entsprach wohl der Art des neuen Schulleiters. Es ist jedoch anzumerken, dass die neue Schulleitung zum 1. Februar eine Schulspeisung beginnen wollte. Die 2014 von Jambo Bukoba gebauten Toiletten fanden wir in sehr guten Zustand. Zum Abschluss gab es noch ein Mittagessen in einem der Klassenzimmer, zusammen mit Schulleitung und Elternvertretern. Aristidia wartete dann mit einem großzügigen Mittagessen auf, bei dem wir auch ihren Gatten, selbst Lehrer an der örtlichen Secondary School, kennenlernten. Wieder zurück für eine weitere Nacht in Kayanga waren wir froh, uns den Staub aus den Haaren und Zähnen waschen zu können.

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Samstag und Sonntag waren dann zwei ruhige Tage und etwas Erholung für uns, nachdem wir die ganze Woche unterwegs gewesen waren. Am Samstagnachmittag begleitete uns Beatrice auf den Markt, damit sich Gertrud für den Gottesdienst am Sonntag ‚afrikanisch‘ einkleiden konnte. Am Nachmittag gab es die Gelegenheit, Asna zu besuchen, die schon beinahe Mitglied des lokalen Jambo Bukoba Teams ist, in jedem Fall aber das lokale Gesicht von Jambo Bukoba als die Hauptfigur in dem von einem deutschen Filmteam gedrehten Videos.

Asna ist derzeit in ‚Form 3‘ der Secondary School. Dank privater Unterstützung kann sie die Schule besuchen und zusätzliches Lernmaterial kaufen; auch Nachhilfeunterricht in Mathematik kann so finanziert werden. Asna will unbedingt gute Noten, um ihren Traum zu erfüllen und Lehrerin zu werden. Sonntagmorgen um 06:30 Uhr dann der Gottesdienst in der Kathedrale von Bukoba, den der Don Bosco Chor unter Leitung von Gonzaga mit Gospelmusik gestaltete. Noch am Vormittag kam dann der längst überfällige Regen, offenbar deutlich weniger stark als für die Gegend üblich. Der Nachmittag war wieder sonnig, was uns Gelegenheit gab, die Jambo Bukoba Spendenbox im neuen Flughafen von Bukoba zu sehen, die im Bau befindliche neue Tumaini Schule zu besichtigen und Kindern beim Fußballspielen mit dem von Jambo Bukoba gestifteten Fußball zuzusehen.

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Am Montag noch einmal eine längere Tour nach Biharamulo, etwa 2.5 Stunden nach Süden, parallel zum Westufer des Viktoriasees mit wunderbaren Ausblicken auf den See und den Uferbereich, der mehr als 100m tiefer liegt. In der Schule in Biharamulo treibt Peace, eine eindrucksvolle Frau, die sich als Grundschullehrerin und nebenher als Schneiderin einen deutlich überdurchschnittlichen Lebensunterhalt verdient, die Interessen von Jambo Bukoba voran. Peace lud uns zu Mittag ein und hatte für jeden von uns auch noch etwas geschneidert.

Am Dienstag war dann der Besuch der beiden Schulen im Norden von Bukoba, Mugana B Schule und Karwoshe vorgesehen, in denen neue Wassertanks formal eingeweiht wurden. Mit Hilfe der Wassertanks können sich die Kinder jetzt nach dem Besuch der Toilette die Hände waschen. Der Wassertank in der Mugana B Schule wurde mit Spenden der Wasser-für-die-Welt-Stiftung, Deutsche Post AG, startsocial e.V. und BreakOut e. V. , 24 gute Taten, Lions Club, Starnberg und privaten Spendern sowie dem Eigenanteil der lokalen Gemeinde finanziert. Die Mugana B Schule, eine staatliche Schule von den ‚Canossian Daughters of Charity, Servants of the Poor’ geleitet, hatte ein umfangreiches Programm organisiert. Nach Musik, Spielen und Demonstration, wie man sich die Hände ordentlich wäscht, gab es schließlich ein Mittagessen der Schulleitung mit den Jambo Bukoba Vertreter*innen und Schülervertreter*innen aus jeder Klassenstufe. Auch die Karwoshe Schule hatte ein umfassendes Programm vorbereitet und ganz besonders Clemens Mulokozi gedankt. Hier steht der Wassertank kurz vor der Fertigstellung. Während unseres Besuchs wurde die Wasserleitung zu den Toiletten der Jungs gelegt.

Am Mittwoch standen zwei wichtige Termine im Zusammenhang mit dem geplanten Jambo Bukoba Campus im Vordergrund. Am Morgen stellten wir dem Regional Commissioner von Kagera, Salim Mustafa Kijuu, unsere Pläne zum JB Campus vor. Er unterstütze nachhaltig das Projekt und wolle seinen Einfluss geltend machen, damit Jambo Bukoba ein Stück Land für den Campus zur Verfügung gestellt würde. Am Nachmittag machten wir einen Ortsbesuch in die Gegend etwa 7 km südlich von Bukoba, wo wir ein Gelände identifizierten, das wegen der unmittelbaren Nähe zu Ansiedlungen und Dörfern, der Ebenheit des Geländes, der guten Erreichbarkeit von Bukoba aus und nicht zuletzt wegen der ganz reizenden Lage mit Blick auf den Viktoriasee ganz unseren Vorstellungen entspricht. Zwischenzeitlich wurde die Anfrage zu diesem Gelände an den Regional Commissioner kommuniziert.

Bericht zur Projektreise 9

Am Donnerstag fand das jährliche Review Meeting ‚Monitoring und Evaluation‘ mit den District Sport Officern, Vertreter*innen aus den Schulen, der Verantwortlichen für Bildung in der Region Kagera und vielen weiteren statt. Ein weiteres Mal wurde deutlich, dass das Engagement für den Schulsport nicht an allen Schulen und unter der Vielzahl von Lehrer*innen, die das JB Training durchlaufen hatten, gleichmäßig ausgeprägt ist. Clemens betonte, dass es nicht die Aufgabe von Jambo Bukoba sei, die Lehrer*innen zu motivieren.
Der formale Höhepunkt des Jahres und der Projektreise war dann am Freitag, 27. Januar, das ‚Final-Bonanza‘ 2016, bei dem die Schüler*innenmannschaften aus den acht Distrikten Kageras das Siegerteam ermittelten. Die Teams waren bereits am Vortag angereist. Für viele Kinder war bereits die Reise in die ‚große‘ Stadt Bukoba und die Nacht mit Freund*innen in einem ‚Hotel‘ weg von der Familie ein unglaubliches Erlebnis. Am Donnerstagabend zur Einstimmung auf das Bonanza gab es den ‚Kulturabend‘ im Garten der Gemeinde St. Theresa – vor allem heiße Musik und Tanzeinlagen der Mannschaften und der Lehrer*innen. Für uns ein unglaubliches Erlebnis, zu sehen welche Wirkung die Musik auf die Kinder hat. Sobald die Musik losging, waren alle Kinder auf den Beinen, tanzten wie wild, Jungen und Mädchen, die jüngeren wie die älteren der Kinder.

Bericht zur Projektreise 10

Am nächsten Morgen trafen sich die Mannschaften im Stadion von Bukoba, um von dort den knappen Kilometer auf eine Wiese unmittelbar am Ufer des Viktoriasees zu ziehen, wo das Bonanza stattfand. Obwohl es regnete, waren neben den acht Mannschaften noch einige hundert Schüler*innen von den lokalen Schulen Bukobas dabei. Insgesamt zogen wohl an die 800-1000 Schüler*innen durch die Stadt in Richtung Viktoriasee, angeführt durch eine Blaskapelle von Jugendlichen. Ein wunderbares Spektakel und ein Ereignis, wie es Bukoba sehr selten erlebt. Die ganze Veranstaltung war höchst professionell organisiert, vom Einzug der Schüler*innen, die Aufstellung gegenüber der Ehrentribüne, Eröffnung der Bonanza durch den Regional Commissioner (Ministerpräsident der Region Kagera), Salim Mustafa Kijuu, der Anwesenheit des Regionalen Academic Officers, Frau Fides Munyogwa bis hin zu fetziger Musik, Tanzeinlagen und der Preisverleihung. Am späten Vormittag klarte das Wetter auf, so dass die Rahmenbedingungen für das Bonanza am Ende nahezu optimal waren.

Am Abend traf sich dann das Jambo Bukoba Kernteam aus München und Bukoba, lokale Mitarbeiter und einige Lehrer, noch einmal im Kolpinghaus zum Abendessen und um die letzten gemeinsamen Stunden zu genießen.

Am Samstagmorgen fuhren Gertrud, Renate, Sophie und Franz nach Kampala zurück, um dann am Sonntag mit Zwischenstopp in Dubai nach München zurückzukehren. Clemens, Harish und Imani brachen in Richtung Iringa auf. Dort stellten sie dem Ministerpräsidenten und einem Fachteam Jambo Bukoba und unsere Arbeit vor. Schließlich wurde ein ‚Memorandum of Understanding‘ unterzeichnet, das bis 31.12.2017 die Zusammenarbeit regeln wird. Darüber hinaus fanden noch Gespräche in Daressalam mit Unicef und KPMG statt, wobei konkrete Ergebnisse noch nicht vorliegen.

Mit vielen neuen Eindrücken sind wir nach Deutschland zurückgekommen. Die Lehrer*innen haben wir nun als Freunde besucht, ihren Einsatz für Jambo Bukoba erleben, und von ihren Nöten und Schwierigkeiten im Alltag erfahren dürfen.
Vivian und Beatrix, die neuen Mitarbeiterinnen von Jambo Bukoba, haben wir persönlich kennengelernt und freuen uns nun über jeden Kontakt mit ihnen von München aus.

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