Auf dem Weg zu Jambo Bukoba – wo ich herkomme und was ich bisher im Bereich Monitoring und Evaluation umgesetzt habe.
Den ersten Schritt habe ich am 1. März 2016 gemacht als ich meinen Job bei Jambo Bukoba in München begonnen habe. Nach erlebnisreichen ersten Tagen mit vielen Workshops zur Einarbeitung im neuen Büro in der Seidlstraße, bin ich am 13. März im Herzen Kageras, in der wundervollen Stadt Bukoba gelandet.

Bisherige Tätigkeit

Vor meiner Zeit in Tansania, habe ich im Master Management von Nonprofit-Organisationen sowie im Bachelor Ethnologie studiert. Erst im Februar habe ich meine Masterarbeit zum potenziellen Einfluss von Fußball auf soziale und gesellschaftliche Entwicklungen abgegeben. Diese habe ich in Zusammenarbeit mit der Kölner Organisation „RheinFlanke“ geschrieben habe. Dazu habe ich eine Evaluation durchgeführ. Sie hat gezeigt hat, dass der Sport einen enormen positiven Einfluss auf Individuen und Gruppen haben kann. Allerdings nur unter der Prämisse, dass er von einem professionellen Trainer zielgerichtet angeleitet wird. Ansonsten kann der Sport ebenso auch keine oder negative Auswirkungen haben.
Ich habe nicht geplant nach dem Studium bereits den Schritt zu machen, zum Arbeiten nach Tansania zu gehen. Deshalb habe ich mich auch für ein Traineeship in München beworben. Aber wie so oft, kommt es anders als geplant, so dass mir Clemens kurz vor Weihnachten das Geschenk machte, mir den Aufbau des Bereichs Monitoring und Evaluation in Tansania anzubieten. Welch‘ große Herausforderung das für mich persönlich und beruflich bedeuten würde, war natürlich nur in Ansätzen abzusehen. Trotzdem bot sich mir somit eine Chance, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Abzusagen kam nicht in Frage.

Auf nach Tansania

Nun habe ich den Schritt nach Tansania gewagt und bin mit einer neuen Sprache, einer neuen Kultur neuen Kollegen konfrontiert. Manch einer könnte auf den Gedanken kommen, dass man sich bei so viel Veränderung auch unwohl fühlen kann, einen Kulturschock erlebt oder gar Heimweh bekommt. Glücklicherweise kann ich all diese Bedenken zurückweisen. Dank meiner wunderbaren Kollegen Imani, Gonzaga und Philipp, dem aufregenden Treiben auf den Straßen und dem Ehrgeiz einen guten Job zu machen, fiel mir die Eingewöhnung ausgesprochen leicht.
Meine Erfahrungen in Tansania sind bisher äußerst diverse. Ich versuche immer einen exotischen oder gar romantischen Blick auf andere Kulturen zu vermeiden. Mein Ziel ist es, Handlungen, Sichtweisen und Einstellungen zu verstehen, auch wenn man sie nicht immer gutheißen muss. Denn nicht alles, was aus unserer europäischen Sichtweise so logisch und einfach erscheint, stellt sich tatsächlich als solches heraus. Ebenso sollte nicht alles, was anders ist, umgehend bewertet oder gar verurteilt werden.
Manchmal sind Sichtweisen einfach verschieden ohne besser oder schlechter zu sein. Genau deswegen reizt mich die Arbeit für Jambo Bukoba so ungemein. Denn es bietet mir die Möglichkeit, tief in eine andere Kultur einzutauchen und mit meiner Arbeit einerseits die Organisation und andererseits mich weiterzuentwickeln. Die kulturelle Diversität in unserer Arbeitsatmosphäre hat das Potenzial für weitere Innovationen auf dem Weg zur Stärkung von Kindern in Tansania. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, Menschen in Tansania Chancen zu ermöglichen, die wir in Deutschland selbst nutzen durften.
Bisher versuche ich die Arbeitsabläufe in Tansania zunächst einmal effizienter zu gestalten. Das bedeutet einheitliche Designs zu nutzen, Formblätter zu verwenden und ehemalige Daten aufzuarbeiten und zu bereinigen. Zusätzlich nutze ich unsere bisherigen Aktivitäten, um sie stärker in den Monitoring und Evaluationsbereich zu integrieren und sozusagen aus jeder Aktivität eine Aussage ziehen zu können.

Monitoring und Evaluation

Momentan werden unsere Workshops durchgeführt. Dazu haben wir nun einen neuen Fragebogen um die Zufriedenheit der Teilnehmer mit unserer Aktivität und ihrer Einstellung überwachen zu können. Gleichzeitig findet nun ein schriftliches wie praktisches Abschlussexamen statt. Mit diesem können wir nachverfolgen wie sich das Wissen und die Fähigkeiten der Teilnehmer am Workshop verändern. Nachdem die Workshops durchgeführt sind, wird unsere nächste Herausforderung darin bestehen, zu sehen in welche Qualität und Quantität die Workshop-Inhalte umgesetzt werden. Zusätzlich arbeite ich derzeit an unserem Jahresbericht von 2015 nach den einheitlichen, so genannten Social Reporting Standards. Im Juli könnt ihr euch dann auf unseren Jahresbericht freuen.
Ich freue mich auf die Herausforderungen, die mir Jambo Bukoba und Tansania in der Zukunft noch stellen werden. Nächstes Jahr zu dieser Zeit wird Jambo Bukoba und werde ich persönlich wieder ein Stück weiterentwickelt sein, so dass wir den Einfluss unserer Arbeit noch smarter gestalten können.
In Kürze erwartet euch ein tiefergehender Einblick in meine Monitoring und Evaluationsarbeit indem ich euch bereits erst Ergebnisse aus den Workshop-Fragebögen vorstellen werde. Also bleibt am Ball und abonniert unseren Newsletter um automatisch informiert zu werden.
Kwa herini
André Gersmeier