MHM-Workshop: Durchführung und Impressionen

MHM im Fokus

„Zusammen mir der Deutschen Sportschule und Jambo Bukoba entwickelte ich im Zuge meiner Masterarbeit ein Hygienekonzept, um Kinder und Jugendliche in der Region Kagera spielerisch über Menstruation und Menstruationshygiene aufzuklären.“ – Stefanie Altgeld

MHM steht für Menstrual Hygiene Management. Dabei geht es darum, dass man Frauen und heranwachsende Mädchen über den Menstruationszyklus und damit zusammenhängende Probleme aufklärt.

Nachdem Stefanie bereits in Deutschland die Inhalte und Spiele entwickelte, führte sie in Bukoba erste Lehrerinnen-Workshops durch. Der Workshop, bei dem die Spiele das erste Mal getestet und die Lehrerinnen zu Multiplikatoren ausgebildet wurden, fand in Bukoba vom 21. bis zum 25. Oktober statt und wurde sehr gut aufgenommen.

Aufbau des Workshops

Tag 1

Zunächst haben sie Jambo Bukoba Spiele zum Kennenlernen eingesetzt. Anschließend ging es darum, die Erfahrung im Bereich MHM zu teilen und Erwartungen an den Workshop zu formulieren. Durch die Modifizierung von JB Spielen („on a boat“ and „everybody who“) haben sie sich langsam an das Thema Menstruation herangetastet und sind auf unterschiedliche Entwicklungen von Mädchen und Jungen in der Pubertät eingegangen.

Am Ende des Tages ging es um kulturelle Einstellungen bezüglich des Themas. Worüber wird gesprochen, und worüber nicht?

Interessant waren hier insbesondere Aspekte, dass man während der Periode nicht mehr kochen und Geschirr spülen darf. Ebenfalls muss sich von Jungs ferngehalten werden. Des Weiteren besteht die Annahme, dass Gemüse und Früchte austrocknen, wenn man während seiner Periode über ein Feld läuft.

Tag 2

An dem zweiten Tag wurden drei Themen behandelt:

  • Rollen einer MHM Lehrerin und angebrachtes Verhalten.
  • Gründe warum MHM wichtig ist.
  • Nutzung von Spielen in der Schule.

Am Nachmittag standen dann Spiele zu Tradition und Kultur an. Mit großem Erstaunen haben die Lehrerinnen während des Spiels „Knocking down barriers“ festgestellt, dass man zwar von kulturellen Mythen weiß, es aber sehr schwer ist diese aufzubrechen. Beendet wurde der Tag mit einem Rollenspiel zum Thema „Why should MHM be taught in school?“.

Tag 3

Der Tag startete mit einer Gruppendiskussion zum Thema „Self-confidence“. Außerdem waren Menstruation, Fruchtbarkeit, sowie die Verwendung von Hygieneartikeln das Kernstück des dritten Tages. Gemeinsam haben sie zudem wiederverwendbare Binden genäht.

Tag 4

Am vierten Tag gab es eine Theorieprüfung, Übungen gegen Menstruationsbeschwerden und eine Abhandlung zum Thema „How to create a MHM workshop at my school“. Damit sollten die Lehrerinnen bestmöglich auf die Workshops an ihren Schulen vorbereitet werden.

Tag 5

Am letzten Tag des Workshops fanden praktische Prüfungen, an der Rumuli Primary School in Bukoba statt. Das hat uns zum einen ermöglicht zu sehen, ob die Lehrerinnen umsetzen können was sie gelernt haben. Darüber hinaus konnte erkannt werden, wie die Spiele bei den Kindern ankommen. Die Lehrerinnen haben die Spiele mit Jungen und Mädchen gespielt, und dabei bewusst nur die Themen Pubertät und Kultur ausgewählt.

„Bei der Durchführung der Spiele konnten bereits einige Unterschiede festgestellt werden: Manche Lehrerinnen waren zurückhaltend, während andere mit tollen Ergänzungen wie Verkleidungen bei dem Spiel „Sugar Daddy“ überraschten. Grundsätzlich machten aber alle Lehrerinnen den Eindruck motiviert und offen für die Workshops zu sein.“   – Stefanie Altgeld

Stefanies Eindrücke und Erfahrungen

„Ich habe mich direkt sehr wohl gefühlt in der Gruppe der Lehrerinnen, auch wenn das Englisch schlechter als erwartet war. Abednego, Abella und Florence Kibani mussten sehr viele der von mir geplanten Einheiten in Kisuaheli übernehmen.“

Auch von den Lehrerinnen hat Stefanie ein sehr gutes Feedback bekommen. Durch ihre offene und freundliche Art haben sie sie sehr schnell ins Herz geschlossen – für die Lehrerinnen sei sie wie eine Freundin. Auch abseits des Workshops quatschen sie mal gerne.

Was steht noch bevor?

Momentan sind Schulbesuche geplant. Gemeinsam mit Abednego, Jamila und Abella wird Stefanie die elf Schulen, die an dem Workshop teilgenommen haben, besuchen und in der Durchführung und Evaluierung unterstützen. Die Lehrerinnen haben währenddessen die Aufgabe einen Zeitplan zu erstellen, sodass sie sehen können wann MHM Workshops stattfinden und eine Baseline Study durchzuführen. Damit soll die Situation der Mädchen vor Ort erforscht werden, um sie bestmöglich unterstützen zu können.

Personen, die Stefanie unterstützen

  • Florence Kibani

    Sie ist in Bukoba WaSH Koordinatorin und kennt sich bestens im Bereich MHM und Gender Equality aus. Sie stand uns an allen Tagen als Instruktorin zu Verfügung.

  • Abella

    Sie ist eine Lehrerin aus Karagwe, die bereits Menstruationsaufklärung ehrenamtlich an Schulen gemacht hat und uns bei unterschiedlichen Projekten unterstützt.

  • Grace

    Sie ist FIFA Schiedsrichterin und Unterstützerin von uns. Sie hat einen großen Beitrag zum Gelingen des Workshops beigetragen.

  • Abednego

    Ist ein Angestellter von Jambo Bukoba/Jambo for Development und hat Stefanie bei dem Workshop unterstützt, da er perfekt Englisch, Deutsch und Kisuaheli spricht. Zudem konnte er gute Einblicke in die Pubertät von Jungen geben und das Menstruationsthema aus einer anderen Perspektive beleuchten.

Von |November 25th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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