Eine Erfolgsgeschichte aus Kagera

Grace

Grace Wamala, Grundschullehrerin und FIFA Schiedsrichterin aus Kagera, erzählt ihre Jambo Bukoba Geschichte: „Meine erste Begegnung mit Jambo Bukoba erfolgte durch den Gründer Clemens Mulokozi, der 2008 an unserem Spielfeld vorbeilief und meine Fußballmannschaft (Viktoria) beim alltäglichen Training auf dem Gymkhana Spielfeld in Bukoba Municipal beobachte (am Ufer des Viktoriasees).
Zu diesem Zeitpunkt war mein Leben von Stress geprägt, was mich dementsprechend ungesund aussehen ließ. Ich war bereits geschieden und es gestaltete sich sehr schwierig, meine noch sehr jungen Kinder großzuziehen.
Da ich schon immer sportinteressiert war, trainierte ich mit meiner Mannschaft „Victoria Football Club“. Nicht zuletzt um die Spannungen abzubauen, die aus den verschiedensten Lebenskrisen resultierten und mein Leben negativ tangierten. Es war ein schlimmes Leben. Eigentlich hatte ich mir keine höheren Ziele im Sport- und Spielbereich gesetzt, da es eine Männerdomäne ist. Wir waren äußerst aufgeregt als Clemens uns bei einer zweiten Begegnung einen Trikotsatz zur Verfügung stellte“, fügte Grace hinzu.

Jambo Bukoba - Grace

Die damalige Projektkoordinatorin von Jambo Bukoba (Patricia Kedit) und eine Studentin der Deutschen Sporthochschule Köln (Katrin Bauer) inspirierten Grace maßgeblich, als diese sie in ihrer Schule besuchten. Sie wollten sich ein Bild darüber verschaffen, inwiefern die Menschen in Kagera in Sportaktivitäten involviert sind. „Wir haben uns viel über den Sport zu erzählen gehabt. Leider hatte ich zu jenem Zeitpunkt Probleme mit meinem Knie, meiner Hüfte und meiner Wirbelsäule. Schnell klärte mich Katrin Bauer über die richtige Vorgehensweise beim Trainieren auf und mein Gesundheitszustand verbesserte sich rapide. Ich musste mich mehreren „Cooper Tests“ (allgemein anerkannter Ausdauertest) in unterschiedlichen Regionen von Tansania (Dar-es-Salaam, Mwanza, Shinyanga, etc.) unterziehen. Diese Regionen befanden sich fernab von meiner Heimat. Diese Tests waren für mein Weiterkommen essenziell“, sagt Grace.

Grace

Albert Ishunga, Sohn von Grace, erzählt uns: „Ich habe Jambo Bukoba 2010 kennenglernt, als ich in der dritten Klasse war. Meine Mama hatte viele Freunde, die wie Katrin und Patricia waren. Alle ihre Freunde halfen mir als ich in der Grundschule war. Sie kauften mir viele verschiedene Sachen wie Sportschuhe und Trikots. Über den Sport und Jambo Bukoba hat meine Mama viele Freunde, die uns zusätzlich tatkräftig unterstützen, indem sie uns einige Schulmaterialien kaufen oder sogar unsere Schulgebühren zahlen. Ich bin nun in der zehnten Klasse und meine Schwester befindet sich in der 13ten Klasse. Ich liebe Jambo Bukoba und träume schon jetzt davon, nach meinem Studium mit ihnen zu arbeiten.
2012 führte ich mein Schulteam zum Sieg beim „Regional Bonanza“ (vergleichbar mit einem Bundesjugendspiel, aber auf regionaler Ebene und mit Jambo Bukoba Spielen). Mit dem Preisgeld der Lukas Sperling Stiftung und lokaler Beteiligung konnten wir zwei Klassenräume renovieren und unser Lehrerzimmer komplett neu aufbauen.
Später bekamen sechs Kinder meiner Schule die Möglichkeit, an einer Sport-Studienreise nach Kenia teilzunehmen. Dabei wurde eines der Mädchen (Asina Omary) für das Jambo Bukoba Video entdeckt und später durch den Geschäftsführer von Magnum Film (Andi Barth) gefördert, indem er ihre weiterführende Schulbildung finanziert.“
Grace Wamala führt weiter aus: „2015 bot Jambo Bukoba mir und meinen LehrerkollegInnen an, am „Discover Football Festival“ in Berlin teilzunehmen. Dieses Angebot war ein Resultat unseres aktiven Engagements für Jambo Bukoba in Kagera.
Durch mein Jambo Bukoba Engagement wurde auch die örtliche Administration auf mich aufmerksam, was maßgeblich dazu beigetragen hat, dass mir das „Best Annual Public Servant Certificate“ (Auszeichnung als beste Staatsdienerin der Region) für den Bereich Bildung in Kagera 2015 zugesprochen wurde.
Heute bin ich eine der wenigen Frauen in Tansania mit einer FIFA Schiedsrichterlizenz (für die 1. und 2. Liga sowohl für Herren als auch für Frauen).“

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