Ein Brunnen für Kisenga

Wir möchten Dir eine Geschichte erzählen, die im Mai 2019 begann und in der Weihnachtszeit 2019 ihren Höhepunkt fand. Eine Geschichte von Hoffnung, Angst, Vertrauen, Engagement in der Gemeinschaft, Geld, Schlamm, Enttäuschung und … KINDERN!

Unsere Reise begann, als uns eine Frau mit einer einfachen Frage anrief: „Ich möchte in Tansania einen Brunnen bauen. Könnt ihr das für mich organisieren?“

Mhhh. Können wir das machen?

Auf alle Fälle können wir es versuchen.

Und so begann das Projekt …

Was brauchst du? Was kostet es? Wer kann das?

Viele, viele Fragen – und wir brauchten Antworten.

Da wir gut organisiert sind, ein starkes Team in Tansania und ein gutes Verhältnis zur tansanischen Regierung haben, waren wir bereit zu starten.

Achimbaye kisima asinyimwe (Suaheli-Sprichwort: Wer den Brunnen gräbt, sollte kein Wasser verweigert bekommen). Die letzten Wochen waren von Nervenkitzel geprägt. Der Grund dafür ist nicht der vorweihnachtliche Stress, sondern ein Projekt, das uns in den letzten Monaten immer mehr gepackt hat. Der Gedanke, einen Brunnen zu bohren, damit viele Kinder in Tansania Trinkwasser bekommen.

Der erste Versuch schlug kläglich fehl. Die erste geologische Untersuchung hat gezeigt, dass es Wasserreserven gibt, aber nicht genau wie viel. So ist es gelaufen.

Nach 7 Stunden Bohren sind 74 Meter Tiefe erreicht.

Ein kurzer Moment des Glücks. Das Wasser sprudelt 2 Minuten lang. Dann hört es auf….

Wir geben nicht auf und bohren weiter. 95 Meter. Die geologische Struktur des Steins sieht nicht mehr vielversprechend aus. Neugierige Kinder versammeln sich in der Nähe des Geschehens und die Hoffnung beginnt zu wachsen. Dann der Rückschlag. Die Profis machen uns klar, dass kein Wasser da ist.

Die Community hat bereits ihren Projektbeitrag beigesteuert und wartet auf einen Erfolg. Wir wollen niemanden enttäuschen. Vor allem die Kinder nicht. Ein intakter Brunnen würde ihnen neue Perspektiven öffnen. Die Enttäuschung seitens der Gemeinde, der Spenderin und des Auftragnehmers ist sichtlich zu spüren. Aufgeben ist keine Option. Wasser für 1.400 Kinder – das ist das Ziel. Umgeben von einem hochmotivierten Team und großartigen Unterstützern versuchen wir es noch einmal.

Eine zweite Probebohrung ist erforderlich. Diesmal mit weiterentwickelter Ausrüstung. Große Zuversicht ist zu spüren. Die zweite Probebohrung macht Hoffnung auf ausreichend Wasser. Eine Garantie gibt es aber nicht.

Los geht es

Die ersten Meter sind Routine und es geht schnell voran. Dann die große Überraschung. Nach 60 Metern sprudelt bereits Wasser und es hört nicht auf. Noch ist die Frage aber noch nicht beantwortet, ob es eine ausreichende Menge Wasser ist? Wir bohren weiter bis 105 Meter. Das Glück ist auf unserer Seite. Für die Menschen vor Ort geht ein Traum in Erfüllung! Manchmal muss man im Leben ein Risiko eingehen. WIR HABEN WASSER UND dazu noch EINE GROSSE MENGE.

ZUM VIDEO

Weitere Arbeiten stehen aber noch aus: 24h-Wassertest, Verlegen von PVC-Rohren, Pumpenkammerbau, Wasseranalyse, Pumpeninstallation, Entwicklung des Brunnens und nicht zuletzt natürlich der Bau des Fundaments für den Brunnen, das von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird.

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