Changemakerin des Monats

changemakerin des monats

Wir nennen unsere Spender und Unterstützer „Changemakers“, weil mit ihrer Unterstützung das Leben junger Menschen in Tansania direkt beeinflusst und eine positive Veränderung herbeigeführt wird, die ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht.


Unsere Changemakerin in diesem Monat ist die internationale Fußball-Profispielerin Viktoria Schnaderbeck. Viktoria ist Kapitän der österreichischen Frauenfußball-Nationalmannschaft und spielt außerdem für den FC Arsenal in London. Davor stand sie elf Jahre lang beim FC Bayern München unter Vertrag. Neben dem Fußball ist Viktoria erfolgreich als Keynote-Speaker tätig, absolviert derzeit einen Master in Wirtschaftspsychologie und hat gerade einen Verein zur Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs mitgegründet.

Seit 2012 ist Viktoria Schnaderbeck Changemakerin bei Jambo Bukoba.

In diesem Interview sprechen wir mit Viktoria über ihre Entscheidung, Botschafterin für Jambo Bukoba zu werden. Wir entdecken die Werte, die sie prägen und erfahren, dass sich diese Werte und ihre Lebensphilosophie nicht nur in ihrer Arbeit für Jambo Bukoba widerspiegeln, sondern auch in ihrer Wahl von Jambo Bukoba als Organisation, die sie unterstützen möchte.

„Die Leidenschaft, der direkte Zugang zur Projektarbeit, die Transparenz, die Kombination von Kindern und Sport und die Förderung von Mädchen: all diese Faktoren sind einzigartige Alleinstellungsmerkmale von Jambo Bukoba.“

changemakerin des monats Viktoria Schnaderbeck

Viktoria Schnaderbeck in Bukoba Tansania

Viktoria, erzähl bitte, wie du Jambo Bukoba und seine Entwicklungsziele in Afrika unterstützt.

Ich unterstütze Jambo Bukoba mit meiner Zeit. Ich sammle auch Spenden für die Organisation, zum Beispiel durch Auktionen oder eine spezielle Weihnachtsspendenaktion, die ich mit meiner Familie und Freunden durchführe. Ich bin auch nach Tansania gereist, um zu erfahren, was die Organisation macht und um Fußballtraining mit Mädchen zu machen. Ich unterstütze Jambo Bukoba von ganzem Herzen.

Wie bist du überhaupt auf Jambo Bukoba aufmerksam geworden?

Auf Jambo Bukoba bin ich bereits 2012 gestoßen. Clemens, der Gründer, kam zum FC Bayern München und stellte uns die Organisation und ihre Arbeit vor. Ich bin danach direkt auf ihn zugegangen und habe gesagt, dass ich Jambo Bukoba gerne unterstützen möchte. So hat alles damals angefangen.

Gibt es Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor du dich bei einer bestimmten NGO oder Wohltätigkeitsorganisation einbringst?

Ja, die gibt es.

Erstens: Jegliche NGO oder Wohltätigkeitsorganisation, die ich unterstütze, muss transparent handeln.

Zweitens ist ein nachhaltiger Ansatz der Organisation für mich sehr wichtig: Spenden müssen für etwas eingesetzt werden, das einen langanhaltenden positiven Effekt hat und nicht nur eine schnelle Lösung bietet.

Drittens, der direkte Zugang zur Projektarbeit: Wenn ich spende, dann möchte ich sehen wie das Geld hilft. Wird eine Schule gebaut? Und wo? Wird ein Workshop durchgeführt? Von wem, wer wird davon profitieren und wann wird er stattfinden?

Nicht zuletzt sind für mich bei der Entscheidung, einer NGO oder Wohltätigkeitsorganisation zu helfen, Ehrlichkeit und Authentizität wichtige Faktoren. Das bedeutet, dass die Aktion, die ich unterstütze, etwas sein muss, das mich persönlich anspricht.

Welche Aspekte haben dich an Jambo Bukoba und seinem Konzept beeindruckt?

Was mich als erstes ansprach, war, dass Jambo Bukoba durch Sport Kinder stark macht. Durch den Sport erreicht die Organisation ihre Ziele: die Förderung von Bildung, die Vermittlung von präventiven Gesundheitsmaßnahmen zum Schutz der jungen Generationen vor z. B. HIV und Aids und Gleichberechtigung.

Durch Bildung wird die Zukunft der Kinder verbessert und sie gewinnen bessere Chancen im Leben. Außerdem ist das Konzept von Jambo Bukoba nachhaltig. Der Ansatz „Life Skills Through Games“ und andere Projekte von Jambo Bukoba wirken sich positiv und nachhaltig auf das Leben junger Menschen aus.

Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal (USP), das Jambo Bukoba von anderen Entwicklungsorganisationen abhebt?

Es gibt mehrere USPs. Einer ist, dass Clemens Mulokozi, der Gründer, so eindeutig mit Leidenschaft dabei ist, bei allem was Jambo Bukoba tut und wie es getan wird. Clemens kann dir genau sagen, was passiert, wie die Spenden ausgegeben werden und wo die Herausforderungen liegen. Diese Transparenz spiegelt sich auch in der Struktur der Organisation wider. Als Unterstützerin von Jambo Bukoba und als Spenderin habe ich 100% transparenten Zugang zu den Arbeitsweisen und Finanzen der Organisation und ich kann direkt Einfluss auf ein bestimmtes Projektergebnis nehmen.

Leidenschaft, direkter Zugang zur Projektarbeit, Transparenz, die Verbindung von Kindern und Sport und die Förderung von Mädchen: All diese Faktoren sind USPs von Jambo Bukoba.

Sport ist dein Leben und einer der Gründe, warum du Jambo Bukoba hilfst. Wie wichtig ist Sport für Kinder?

Sport ist für Kinder sehr wichtig. Er ist ein starkes Werkzeug, um Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Sport lehrt uns, Verantwortung zu übernehmen. Er lehrt uns, stark zu sein und sich durchzusetzen.

„Kinder in Tansania sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Durch Sport entwickeln sie die Resilienz und mentale Stärke, die ihnen ihr ganzes Leben lang helfen wird mit solchen Herausforderungen umzugehen.“

Viktoria Schnaderbeck changemakerin des monats

Viktoria Schnaderbeck übernimmt das Fußball Training in Tansania

Du bist eine starke Befürworterin für Mädchen und Frauen im Fußball. Wie wirkt sich das auf die Stärkung von Frauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter außerhalb der Fußballwelt aus?

Die Stärkung von Frauen und Gleichberechtigung sind für mich sehr wichtig. Ich unterstütze diese Themen, wo ich kann, sowohl im Fußball als auch in der Außenwelt. Als Fußballprofi bin ich eine Frau in einer Männerdomäne. In meiner Karriere bin ich immer wieder mit Vorurteilen und Klischees in Berührung gekommen. Ich stärke Mädchen und Frauen, indem ich mich in dieser typisch männlichen Welt durchsetze.

Als Motivationssprecherin und durch meine Arbeit mit Jambo Bukoba setze ich mich auch dafür ein, Mädchen stärker und selbstbewusster im Leben zu machen.

Heute sieht man immer mehr Beispiele für „Women Power“, zuletzt durch die US-Vizepräsidentschaft von Kamala Harris und andere positive Beispiele für starke Frauen in der Gesellschaft. Aber es gibt trotzdem noch viel zu tun. Die Barrieren zwischen den Geschlechtern müssen gebrochen werden.

Hast du einen Wandel in der Einstellung zum Frauenfußball gesehen, seitdem du mit dem Spielen angefangen hast?

Der Frauenfußball hat sich in den letzten Jahren enorm positiv entwickelt und auch die Einstellung dazu. Ich habe das in Österreich erlebt, als wir 2017 den 3. Platz bei der EM erreicht haben. Da gab es einen massiven Wandel in der Gesellschaft. Und dieser Wandel war sehr wichtig. Die Öffentlichkeit erkannte uns endlich an, als Spielerinnen und als Menschen. Das hat uns geholfen zu Vorbildern zu werden, vor allem für die kommenden jüngeren Generationen.

Als internationale Profifußballerin muss man körperlich und mental stark sein. Wie gehst du mit Zweifeln, Ängsten und Unsicherheiten um und wie entwickelst du mentale Stärke?

Ich gehe mit Unsicherheiten um, indem ich sehr viel reflektiere. Ich frage mich, ob diese Unsicherheiten und Ängste berechtigt sind. Wenn ja, dann lasse ich diese Emotionen einfach zu, da ich erkenne, dass sie ein Teil des Lebens sind und die Anerkennung der Ängste ein Teil des Prozesses. Ich versuche dann schnell Lösungen zu finden und mich nicht auf die Probleme zu konzentrieren, sondern nach vorne zu schauen. Positiv zu denken und dankbar zu sein für das, was ich habe, ist hier wichtig. Ich setze mir Ziele für die Zukunft. Ich erkenne, was ich beeinflussen kann und ich wechsle aus der Opferrolle in eine proaktivere „Gewinner“-Rolle. Das hilft mir sehr.

Hilft dir Sport dabei?

Ja – Sport ist unglaublich wichtig für die mentale Fitness. Im Sport entwickelt man viele Soft- und Hard-Skills wie Kommunikation, Führungsfähigkeit, Teamfähigkeit, internationale und interkulturelle Kompetenz, Umgang mit Mitspielern, lernen mit Rückschlägen und mit Druck umzugehen. Sport hilft, immer wieder performen zu können und Hochleistung zu bringen.

Ich bin sehr überzeugt von den körperlichen und mentalen Vorteilen des Sports. Deshalb spricht mich das Konzept von Jambo Bukoba, – “Lifeskills through Games and Sport” – so sehr an. Kinder in Tansania sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Durch Sport entwickeln sie die Resilienz und mentale Stärke, die ihnen ihr ganzes Leben lang helfen wird mit solchen Herausforderungen umzugehen.

„Für Kinder in Tansania heißt es nicht ‚Auf welche Schule werde ich gehen?‘, sondern ‚Werde ich überhaupt zur Schule gehen?'“

changemakerin des monats Viktoria Schnaderbeck und clemens mulokozi

Clemens Mulokozi und Viktoria Schnaderbeck fliegen nach Tansania

Du bist 2017 mit Jambo Bukoba nach Tansania gereist. Was waren deine Eindrücke?

Die Momente, die ich erlebt habe, kann ich kaum in Worte fassen. Es war sehr emotional und es gab so viele Erlebnisse. Es war, als wäre man in einer anderen Welt. Es war nicht nur die Armut, die mich berührt hat, sondern auch die Kultur, die Mentalität, zu erleben, wie glücklich die Menschen zu sein scheinen, obwohl sie deutlich so viel weniger haben als wir. Die Menschen in Tansania haben riesige Probleme, die für uns im Westen unvorstellbar sind. Sie sind damit konfrontiert, einfach jeden Tag zu überleben, genug zu essen zu haben, Wasser zu haben, eine Ausbildung zu haben und ihre Familien durchzubekommen. Dass Menschen unter diesen Umständen glücklich sein können – mit Zielen und Perspektiven – das hat mich wirklich bewegt.

Auch das Jambo For Development-Team in Tansania hat mich umgehauen. Sie machen einen unglaublichen Job mit erstaunlicher Leidenschaft unter schwierigen Umständen. Sie arbeiten so hart und sind wahre Vorbilder.

Was sind die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche in Tansania?

Die Herausforderungen sind, dass sie einfach nicht die Möglichkeiten und Perspektiven haben wie wir.

Für Kinder in Tansania lautet die Frage nicht „Auf welche Schule gehe ich?“, sondern „Werde ich überhaupt zur Schule gehen?“ Die Einschränkungen sind enorm und für Mädchen ist es besonders schwer. Die Geschlechterrollen sind sehr traditionell, so dass Mädchen oft zu Hause bleiben müssen, um sich um den Haushalt zu kümmern. Sie sind meist diejenigen, die zum Wasserholen an eine kilometerweit entfernte Quelle oder einen Fluss geschickt werden. Wenn sie es zur Schule schaffen, machen ihnen die fehlenden Hygiene- und Sanitäreinrichtungen das Leben sehr schwer, zum Beispiel wenn sie ihre Periode haben.

Für Kinder in Afrika gibt es nur wenige Chancen ihre Träume zu verwirklichen, sei es eine Karriere im Fußball oder etwas anderes. Durch diese Reise habe ich erkannt, dass die Armut in Tansania nicht nur eine materielle Armut ist, sondern auch eine Armut an Chancen, an Perspektiven und Möglichkeiten.

Du hast einmal gesagt: „Wenn man die Chance hat durch mediale Aufmerksamkeit Gutes zu tun, hat man auch die Pflicht soziale Verantwortung zu übernehmen.“ Wie stehst du zum Thema Prominenz und soziales Engagement?

Ich bin der Meinung, dass es immer gut ist, wenn man etwas Positives tun möchte, egal ob als bekannte Persönlichkeit oder als Privatperson. Der einzige Unterschied ist, dass man als öffentliche Person die Aufmerksamkeit der Medien hat. Wir haben eine Stimme, wir haben Reichweite und das kann helfen, eine positive Veränderung zu bewirken. Für mich persönlich ist es immer wichtig, authentisch zu sein und mir selbst treu zu bleiben. In meinem Herzen weiß ich, dass ich zu einer besseren Welt beitragen möchte und danach handle ich auch.

Was würdest du den Leuten sagen, um sie zu motivieren für Jambo Bukoba zu spenden?

Ich würde sagen, wenn dein Geld ehrlich und nachhaltig verwendet werden soll und du ein konkretes Projekt unterstützen willst, bei dem du das Ergebnis siehst und bei dem du vielleicht auch die Chance hast dieses Projektergebnis zu besuchen, dann hilf Jambo Bukoba.

Wenn du möchtest, dass dein Geld Kindern in Afrika hilft, eine gute Ausbildung zu bekommen und durch Sport Lebenskompetenzen zu erlernen, dann hilf Jambo Bukoba.

Was wünschst du dir für Jambo Bukoba für das kommende Jahr?

Ich wünsche mir, dass sich trotz der schwierigen Corona-Situation auch weiterhin Menschen für Jambo Bukoba engagieren, sei es mit ihrer Zeit oder mit Spenden und damit die hervorragende Arbeit unterstützen, die sie leisten.

Viktoria Schnaderbeck changemakerin des monats

Viktoria Schnaderbeck, Fußball Profi, unterstützt Jambo Bukoba seit 2012

Viktoria, was sind deine Pläne und Wünsche für 2021?

Mein Wunsch ist es, gesund und glücklich zu bleiben und trotz Corona das Beste aus der aktuellen Situation zu machen. Ich bin im Moment verletzt, aber ich kann trotzdem auf das Gesamtbild schauen, dankbar sein für die tollen Menschen, die ich um mich herumhabe und wie gut es mir im Leben geht. Ich behalte dieses Gefühl in mir und konzentriere mich darauf nach vorne zu gehen.

Hast du ein Zitat, einen Spruch oder ein Motto, nach dem du lebst, dass unsere Leser inspirieren könnte?

Seitdem ich klein bin, begleitet mich dieser Spruch: Gib jeden Tag dein Bestes, aber dein bester Tag kommt erst. Das sagt viel über mich aus, dass ich hohe Ansprüche habe und mich weiterentwickeln möchte.

Vielen Dank liebe Viktoria, wir bedanken uns für Deine anhaltende Unterstützung und Deine direkte, positive Wirkung auf das Leben von jungen Menschen in Tansania. Wir freuen uns, dich hiermit zu unserem Jambo Bukoba und Jambo For Development Changemaker des Monats zu ernennen. 😊


Wenn du, wie Viktoria Schnaderbeck, Kindern in Tansania zu einem besseren Start ins Leben verhelfen möchtest, dann unterstütze bitte direkt eines unserer nachhaltigen Projekte. Unsere aktuellen Bildungsprojekte inklusive Renovierungen und Workshops und die damit verbundenen Kosten sind auf unserer Website aufgeführt.

Viktoria Schnaderbeck im Gespräch mit Muriel Burke

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