Tansania ist eines von 54 afrikanischen Ländern. Über 400 Millionen Kinder leben derzeit auf dem afrikanischen Kontinent. Bildung in Tansania betrifft alleine 8,2 Millionen Grundschulkinder.

Bildung und Schule in Tansania seit der Unabhängigkeit:

Bevor Tansania 1964 unabhängig wurde, war das Bildungssystem von Heterogenität geprägt. Vor allem Kirchen und lokale Initiativen führten zahlreiche Privatschulen.

Das änderte sich mit der Präsidentschaft von Julius Nyerere (1962 bis 1985). In seinem Ujamaa-Sozialismus bildete sich nach 1962 das Konzept ‚Education for Self- Reliance‘ heraus. Das Ideal war, dass Bildung dem Allgemeinwohl dient und Gleichheit schafft. In der Folge verstaatlichte Tansania viele Privatschulen und ermöglichte Kindern den kostenfreien Besuch der Schule. Dies nahmen die Tansanier äußerst positiv auf.

Bis in die 1970er Jahre erzielte Tansania damit eine der höchsten Raten bei der Schreib- und Lese Bildung in Afrika. Aber mit der wirtschaftlichen Rezession in den 1980ern war Tansania gezwungen auch öffentliche Bildungsausgaben zu kürzen. In der Folge wurden Schulbesuche kostenpflichtig. Als Konsequenz aus den steigenden Bevölkerungszahlen konnte nicht mehr jedem Kind einen Schulplatz angeboten werden. Zwischenzeitlich sank die Quote der Menschen die Lesen und Schreiben können auf unter 70%.

1995 wurde das Bildungssystem mit Hilfe des UN-Bildungsziels “Education for All” erneut umstrukturiert.

Das heutige Bildungssystem

Erziehung, Bildung und Ausbildung sind in Tansania zentral vom Ministerium für Bildung und Kultur organisiert. Heute ist der Zugang zu Bildung in der Grundschule kostenfrei.

Tansania vertritt im Bildungsbereich ein bilinguales Konzept.

In Tansania gibt es 125 Stammessprachen. Aber die Landessprache ist Kiswahili (Swahili). Aus „König der Löwen“ und der alten TV Serie „Daktari“ hat man vielleicht schon Swahili-Wörter wie „Jambo“ (Hallo) oder „Safari“ (Reise) oder „Daktari“ (Arzt) aufgeschnappt. Die Tatsache, dass jeder Tansanianer spätestens ab der Grundschule Swahili spricht hat eine kulturell verbindende Funktion.

In der Grundschule werden alle Fächer auf Swahili unterrichtet. Bis auf eines: Englisch. Englisch gilt es ebenfalls zu lernen, da diese Sprache auf den höheren Stufen Unterrichtssprache ist. Englisch ist auch die zweite Verkehrssprache. Allerdings tut man sich auf dem Land trotzdem schwer, wenn man nur Englisch spricht.

Das Bildungssystem setzt sich – nach dem britischen Vorbild – aus drei Ebenen (Grundschule, Sekundarschule, Universität) zusammen:

Positive Entwicklung bei Einschulungsraten über den Zeitverlauf.

Präsident Kikwete förderte ab 2011 das Sekundarschulwesen. Ziel war die Verbesserung der Bildungsqualität. Erste Erfolge waren eine erhöhte Einschulungsrate sowie der Bau weiterer Schulen.

Im Jahr 2012 schrieben sich 94% der der 7-Jährigen Kinder in Grundschulen ein. Zum Vergleich: 1992 waren es nur 70%. Noch beeindruckender sind die Zahlen für die Sekundarschulen. 1992 lag die Einschulungszahl bei 3,1%, 2012 bereits bei 35%.

Betrachten wir das Bildungssystem im Detail, schwächt sich das positive Bild:

Der Anteil Menschen ab 15 Jahren, der lesen und schreiben kann wurde 2015 auf 77,9 % geschätzt. Im Jahr 2012 erreichten weniger als 40% der Grundschüler einen erfolgreichen Abschluss. Die Quote liegt mittlerweile bei 83%, aber damit mehr Kinder die Grundschule „erfolgreich“ abschließen senkte das Bildungsministerium die Anforderungen.
Obwohl in der Sekundarschule auf Englisch unterrichtet werden soll, erfolgt dies eher selten, aus Mangel an qualifizierten Lehrkräften.

Die Herausforderungen für die mehr als 8,2 Millionen Grundschul-Kinder allein in Tansania sind enorm. 

Hier kannst du mehr darüber erfahren, wie wir die Bildung in Tansania fördern.

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