Schüler des Münchner Gisela-Gymnasiums organisieren einen Afrika-Abend und sammeln 960 Euro für Kinder in Tansania

04
08.2011

Schüler aus der 11. Jahrgangsstufe des Münchner Gisela-Gymnasiums gingen in einem Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung der Frage nach, was es bedeutet, soziale Verantwortung zu übernehmen. Den krönenden Abschluss bildete ein Afrika-Abend an der Schule. Das Seminar hat der Mathematik- und Physiklehrer Andreas Meindl ins Leben gerufen. Im Laufe des Schuljahrs besuchten die Schüler Unternehmen wie die UniCredit Bank und ihre CSR-Abteilung und erlebten hautnah, wie der gemeinnützige Münchner Verein Jambo Bukoba soziale Verantwortung in die Praxis umsetzt. Jetzt hat die Schule dem Verein 960 Euro für das Projekt „Kinder durch Sport stark machen“ übergeben.

Was bedeutet, wenn Unternehmen oder Organisationen von sozialer Verantwortung sprechen? Schülerinnen und Schüler des Gisela-Gymnasium beschäftigten sich mit diesem Thema in einem P-Seminar.

Nina G., Schülerin der 11. Klasse,  bezeichnete das Seminar als total interessant: „Wir haben im Projekt sehr viel erfahren und gelernt. Soziale Verantwortung, das klingt so einfach, aber es ist viel, viel schwieriger in die Tat umzusetzen, als wir uns das dachten.“

Der größte Unsicherheitsfaktor bei der Organisation des Afrika-Abends war die Teilnehmerzahl. „Obwohl im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt wurde, wussten wir nicht, ob am Ende nicht nur 50 Leute da sein würden“, meint Andreas Meindl. „Erfahrungsgemäß ist es sehr schwer, Schüler am Abend zu einer freiwilligen Veranstaltung in die Schule zu locken.“ Doch die vielen organisatorischen Vorbereitungen haben sich gelohnt. Über 200 Schüler und Gäste sind der Einladung des Seminars gefolgt.

Um den Abend möglichst realistisch und landestypisch zu gestalten, musste jeder Seminarteilnehmer ein afrikanisches Gericht zubereiten. Die Rezepte wurden dann in zahlreichen Probeessen optimiert und anschließend am Afrika-Abend präsentiert. Alina R., ebenfalls Projektschülerin, zählt auf: „Wir haben im Seminar verschiedene Gruppen gebildet, die für die Dekoration, Technik, Einkauf, Kochen, Getränke und für die Werbung zuständig waren.“ Vor dem Afrika-Abend lud das Seminar noch die Chefredakteurin des Giselans zum Interview ein, um auch eine nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit zu dokumentieren. Am Abend selbst war das Aufstellen eines Informationsstandes über das Projekt „Kinder durch Sport stark machen“ von Jambo Bukoba natürlich Pflicht, denn das Werben um Unterstützer ist Kernaufgabe, wenn man sich sozial engagiert.

Den größten Anklang fanden die liebevoll zubereiteten afrikanischen Spezialitäten. „Toll fanden wir, dass der FC Bayernspieler und Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, Steffen Hamann, extra zu uns gekommen war“, freute sich die Seminargruppe. Steffen Hamann ist aktiver Unterstützer von „Kinder durch Sport stark machen“ in Tansania. Er erfüllte geduldig alle Autogrammwünsche, stand für Erinnerungsfotos zur Verfügung und gab vielen Schülern und auch Lehrern die Gelegenheit, in einem Shootout gegen ihn anzutreten.

Clemens Mulokozi, Gründer von Jambo Bukoba e.V., bedankt sich bei den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums: „Mit Eurem Engagement tragt ihr dazu bei, dass mittels Sport und Spiel, die Kinder und insbesondere Mädchen in der Region Kagera in ihrer Entwicklung zu starken Persönlichkeiten gefördert werden.“

Alles in allem war der Afrikatag ein sehr schöner und erfolgreicher Abschluss für die Gymnasiasten, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird, einigen nicht zuletzt auch wegen der tollen Preise, die sie bei der Tombola gewinnen konnten.

Projekt-Seminare zur Studien- und Berufsorientierung  sind Bestandteil der neuen gymnasialen Oberstufen-Bewegung. Hier entwickeln Schülerinnen und Schüler ein eigenes Projekt, arbeiten mit externen Partnern zusammen und erhalten dabei Einblicke in die Arbeitswelt. Gleichzeitig eröffnet die Projektarbeit vielfältige Möglichkeiten, grundlegende methodische und soziale Kompetenzen zu erwerben, die in jedem Berufsfeld gefordert werden. Damit profitiert auch die Arbeitswelt selbst von den neuen P-Seminaren. In den gemeinsamen Projekten können junge Menschen an unterschiedliche Berufsfelder herangeführt und vielleicht sogar für diese gewonnen werden. So nähern sich Schule und Arbeitswelt einander an – und beide Seiten profitieren davon nachhaltig.“