Bei einem meiner letzten Berichte habe ich geschrieben, dass ich Euch Sweetbert vorstellen werde. Er hat seinen ersten Einsatz als zusätzlicher Teachertrainer hervorragend absolviert. Jetzt habe ich ihn in seiner Katebenga Primary School in Bukoba Rural besucht, und er hat mir auf meine Fragen diese Antworten gegeben.
Sweetbert, Du bist Grundschullehrer an der Katebenga Primary School. Was unterrichtest Du?
„Ich bin der einzige ausgebildete Sportlehrer an unserer Schule und unterrichte neben Sport schon seit 11 Jahren Mathematik, Englisch und Geografie. Ich war einer der ersten Teilnehmer eines Workshops von Jambo Bukoba, den Sebastian Rockenfeller geleitet hat. Darüber hinaus bin ich privat ein großer Computerfreak.“
Und welche Fächer unterrichtest Du am liebsten?
„Englisch und die wissenschaftlichen Fächer mag ich besonders gerne. Ich spreche sehr gerne Englisch, und ich will meine Schüler dazu bewegen, möglichst oft auf Englisch zu kommunizieren.“
Wie steht es um den Sport und was hat sich nach Deiner Teilnahme am Workshop an Deiner Schule verändert?
„Meine Antwort wird Dich jetzt vielleicht überraschen, aber es ist einfach so, dass die meisten Kinder hauptsächlich wegen des Sportunterrichts zur Schule kommen. Wir haben den Sport in den Stundenplan integriert und seitdem kommen sogar mehr Schüler in die Schule. Trotzdem sind viele meiner Kollegen noch immer der Meinung, dass Sport nicht zu den Fächern gehört, die in der Schule unterrichtet werden sollten. Sie sehen keinen Nutzen darin, da auch die nationalen Prüfungen keine Fragen zum Sportunterricht enthalten. Vom Schulleiter bekomme ich jedoch die volle Unterstützung, die Situation des Schulsports an seiner Schule weiterhin zu verbessern. Er war selber einer der besten Footballplayer auf dem College. Es gibt zwar keine finanziellen Mittel, die Situation zu verbessern oder weiteres Sportmaterial anzuschaffen. Der Schulleiter ist aber mit jeder Änderung einverstanden, um den Schulsport weiterzuentwickeln.
Welche Zukunftspläne hast du?
„Nun, wir planen zum Beispiel neben dem Fußballplatz einen weiteren Platz für Volleyball und Netzball anzulegen.“
Auf Eurem Stundenplan steht, dass alle sieben Standard-Klassen in der Woche 80 Minuten Sportunterricht haben. Wie ist das Verständnis der Schüler für die „Lifeskills through games-Spiele?
„Im Großen und Ganzen geht alles ganz gut, doch manchmal ist es schwierig gleichstarke Mannschaften zu bilden. Die Mädchen distanzieren sich häufig von den Jungs, weil sie sich schämen zum Beispiel über Themen wie HIV oder die Benutzung von Kondomen zu sprechen. Ich versuche dann doch immer einen Weg zu finden, sie langsam an dieses Thema heranzuführen.“
Wie bereitest Du Dich auf eine Sportstunde vor?
„So wie ich es schon im Studium gelernt habe und wie ihr es uns gezeigt habt.“
(Anmerkung: Sweetbert zieht einen vollständigen Stundenverlaufsplan aus der Tasche. Ich bin baff. Der Plan schaut genauso aus, wie er später auch von mir in meiner Referendarzeit erwartet wird.
Was wirst Du heute unterrichten?
„Heute werde ich das Kapitel Regeln und Strategien von traditionellen Spielen mit den Kindern besprechen. Die Schüler sollen heute das Spiel „Eierlaufen“ kennenlernen. Dabei soll eine Strecke im Laufen zurückgelegt werden, während ein Ei auf einem Löffel balanciert wird. Lernziel ist neben dem Spaß am Spiel, die Kooperation und Kommunikation mit anderen zu üben. Dazu kommt, sich eine gewisse Ausdauer anzueignen und eine Sache präzise auszuführen. Die Sportstunde besitzt einen Theorie- und Praxisanteil. Die Theorie unterrichte ich im Klassenraum, danach gehen wir nach draußen.“
Sweetbert verteilt Jerseyes an die Kinder und auch er zieht Sportsachen an. Das ist hier in Tansania nicht selbstverständlich. Die Kinder und Sweetbert geben sich große Mühe und zeigen mir, was sie können. Es ist eine schöne Sportstunde. Und wie könnte es anders sein: Ich darf wieder ein großes Dankeschön für Jambo Bukoba entgegennehmen.




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