Bild: von links: Verena Johnen, Imelda Apolo Mzalo und Patricia Kedit

Karagwe, 29.09.2011.

Imelda Apolo Mzalo, Lehrerin im Dorf Karagwe in Tansania, hat sich anlässlich ihrer Teilnahme an einem Lifeskills through games-Workshop zu ihrer HIV-Infektion bekannt. Sie ist trägt das Virus seit 12 Jahren in sich. Wie sie damit umgeht, hat sie dem Jambo Bukoba-Team kürzlich erzählt. Das Interview führte Verena Johnen, Sportstudentin der Deutschen Sporthochschule Köln, die in Tansania im Projekt Kinder durch Sport stark machen für Jambo Bukoba arbeitet.

Imelda, wie und wann hast Du erfahren, dass Du  HIV positiv bist?

„Ich habe es 1999 erfahren. Ich war krank und habe mich im Krankenhaus untersuchen lassen. Dort haben sie dann einen Bluttest gemacht, der positiv ausfiel.“

Wie hat Deine Familie reagiert?

„Für meine Familie war es sehr schmerzhaft, besonders für meine Kinder. Aber sie hatten keine andere Wahl als es zu akzeptieren.“

Wie hat sich Dein Leben nach der Diagnose verändert?

„Es hat sich viel verändert. Ich habe mich selbst und meinen Körper nicht mehr akzeptiert und mir gewünscht, ich wäre tot. Im  Jahr 2005 habe ich dann angefangen, Medizin zu nehmen. Von diesem Zeitpunkt an habe ich realisiert, dass ich nicht die Einzige bin, die mit HIV leben muss. Dies hat mir wieder neue Energie gegeben.“

Die Tabletten kommen aus Indien und werden komplett finanziert. Alle 6 Monate muss ich meinen CD-4 im Krankenhaus überprüfen lassen. Dieser liefert Informationen über den Zustand des Immunsystems. Wenn ich krank bin, muss ich schnellstmöglich ins  Krankenhaus. Dort bekomme ich dann zusätzliche Medikamente.“

Wie verträgst Du die Medikamente und haben sie Nebenwirkungen?

„Nachdem ich die Tabletten genommen habe, bin ich immer sehr  hungrig. Das ist zum Glück das einzige Problem.“

Musst Du etwas Besonderes beachten, zum Beispiel beim Sporttreiben?

„In meiner Freizeit treibe ich nicht viel Sport. Wir haben einen großen Garten und viele Schweine. Die Arbeit im Garten und mit den Tieren hält mich körperlich fit und gibt mir Energie. Nach dem Workshop jedoch habe ich realisiert, dass Sport auch dazu beitragen kann, das Immunsystem zu stärken. In Zukunft werde ich versuchen, mehr Sport zu machen. Der Workshop hat mir viele neue Anreize geliefert.“

Wie viele Kinder hast Du zur Welt gebracht, seitdem Du HIV positiv bist?

„Seitdem habe ich ein gesundes Kind zur Welt gebracht. Während der Schwangerschaft habe ich Medikamente genommen, um das Kind zu schützen.“

Imelda, was rätst Du anderen Menschen, insbesondere Frauen, die auch HIV positiv sind?

„Ich glaube, dass man wissen und begreifen muss, dass HIV nicht das Ende des Lebens bedeutet. Ich weiß, dass es sehr schwer ist, jemand den richtigen Rat zu geben. Doch man muss schnell lernen, die Krankheit zu verstehen und sie zu akzeptieren. Wer sich infiziert hat, sollte vor allem nicht den Glauben an sich selbst verlieren und versuchen möglichst normal weiter zu leben. Mein Wunsch ist es, dass Menschen, die mit HIV leben, auf sich selbst und auf andere Mitmenschen Acht geben, damit nicht noch andere angesteckt werden – zum Beispiel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.“

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