Bildtext: Sweetbert empfiehlt sich als weiterer Workshop-Lehrer
Montag, 22. August 2011: Wir sind frühmorgens in ein kleines Dorf namens Maruku im Bukoba Rural (Vijijini) aufgebrochen, um den siebten Lehrer-Workshop zu starten. Es regnet in Strömen. Wir sitzen in einem dunklen Klassenraum und es gibt keinen Strom. Unter dem Wellblechdach, auf das der Regen prasselt, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr.
Wir müssen die Eröffnung des Workshops für ein paar Minuten unterbrechen, bis der Regen nachlässt. Sweetbert, ein Lehrer aus Bukoba, leitet diesen Workshop zusammen mit Patricia. Trotz des miesen Wetters geben sie sich alle Mühe, die Teilnehmer zu motivieren. Schnell zeigt sich: Das wird eine lustige Woche, da sich sehr schnell herausstellt, dass die Lehrertruppe sehr kommunikativ und motiviert ist. Zudem ist der Altersdurchschnitt bei diesem Workshop sehr niedrig; die meisten Lehrer sind unter 30 Jahren. Erfreulich ist auch die Frauenquote. Unter den insgesamt 30 Teilnehmern sind neun Frauen.
Der zweite Tag beginnt bullig heiß. Trotzdem stehen alle Teilnehmer pünktlich im Sportdress auf dem Platz. Die Atmosphäre in der Gruppe auf dem Sportplatz ist besonders locker. Während den Spielen freuen sich alle Teilnehmer wie Kinder. Sie lachen, feuern sich an, sind aufgeregt und necken sich gegenseitig.
Patricia erklärt, wie ein Kondom funktioniert
Die Ernsthaftigkeit der thematisierten Themen in den Spielen, wie Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein, Teamwork, Kooperation und Kommunikation, ist ihnen trotz aller Unbekümmertheit dennoch bewusst. Besonders deutlich wird dies, als das Thema Aids/HIV zur Sprache kommt. Während Patricia die richtige Benutzung eines Kondoms demonstriert , ist kein Lachen zu hören und kein Schmunzeln zu sehen. Für viele ist dieses Thema Neuland. -erschreckend. Nahezu kein Teilnehmer weiß, dass Geschlechtsverkehr ein Hauptübertragungsgrund für Aids ist. Viele sind der Überzeugung, dass nur der direkte Blutaustausch zweier Menschen zu einer Infektion führen kann. Dies zeigt umso mehr, wie wichtig es ist, dieses Thema auch im Workshop intensiv zu behandeln.
Sweetbert, unser Lehrer aus Bukoba, überrascht uns sichtlich mit neuen Ideen und gestaltet die Theorieeinheiten sehr anschaulich. Beim Unterrichten geht er sehr präzis vor und legt Wert auf jedes kleinste Detail. Seine kleinen Selbstreflexionseinheiten tragen dazu bei, dass der Workshop sehr intensiv ist und möglichst viele Inhalte bei den Teilnehmern hängen bleiben. Ich glaube, mit ihm haben wir neben Kepha Elias einen weiteren sehr guten Workshop-Leiter gefunden.
Ich weiß schon jetzt, dass ich diese lustige Truppe sehr vermissen werde.
Bis bald und das nächste Mal werde ich Euch Sweetbert noch näher vorstellen.
Eure Verena


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