Liebe Freunde zu Hause,
gleich nach meiner Ankunft hat im Bunazi Teachers‘ Resource Centre der 6. Workshop für 31 Lehrerinnen und Lehrer aus dem District Missenyi begonnen.
Bunazi liegt rund 60 km nordwestlich von Bukoba entfernt. Organisiert hat alles Patricia, aber diesmal nicht mit zentraler Hilfe, sondern zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort im Missenyi-District. „Das hat sehr gut geklappt und könnte deshalb ein Lösungsansatz für die Zukunft sein“, urteilt Patricia. Erstmals lag die theoretische und praktische Vermittlung der Lifeskills through games-Übungen voll und ganz in der Verantwortung von tansanischen Lehrern: Kepha Elias, Sportofficer der Region Kagera, und Grace, die ihr als sehr engagierte Sportlehrerin in Bukoba ja schont kennt. Ich habe überall mitgeholfen und vor allem sehr genau alles beobachtet.
Bildtext: Bunazi – 60 km von Bukoba entfernt Richtung ugandische Grenze
Große Skepsis sah ich am Anfang in den Augen, doch die Stimmung änderte sich schnell nach den kleinen „Ice-breaker-games“. Endgültig brach der Bann nach einem späten Frühstück mit Chai und Chapati. Die ersten Spiele konnten stattfinden.
Der zweite Tag begann mit einer kleinen Überraschung. Ein kleiner Erfolg. Alle Lehrer wareb in Sportkleidung erschienen, juhuuu. Mit Spielen wie Partnerfußball, Knie- und Schulterkampf, Stabbalance sollten hauptsächlich Kooperations-, Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten geschult werden.
Wichtig: Die Reflexion
Nach jedem Spiel sprachen wir im Kreis darüber, welche spezielle Fähigkeit hier geschult werden soll und welche Botschaft mit diesem Spiel einhergeht. Kepha und Patricia waren mit unermüdlicher Energie dabei und sorgten dafür, die Teilnehmer durch kleine Stimmungsmacher zwischen den Spielen immer wieder zu motivieren: „Sogeeea, Sogea!“, alle: „Sogea!“. Wir sangen afrikanische Lieder und tanzten viel. Das hielt alle bei Laune. In der Mittagspause genossen wir „Chakula, chakula!“, ein leckeres Mittagsmahl. Um das leibliche Wohl mussten sich die Teilnehmer keine Sorgen machen. Alles war bestens organisiert und gab uns neue Energie für die langen Arbeitstage.
Wie kann man Sport als Instrument einsetzen, um soziale Fähigkeiten zu erlernen?
Bei den Rollenspielen entstanden heiße Diskussionen über Fragen wie zum Beispiel: Wie kann man Sport als Instrument einsetzen, um soziale Fähigkeiten zu erlernen, was ist überhaupt ein Life Skill und sind diese angeboren? Obwohl ich kein Wort verstand, verfolgte ich Diskussion mit Spannung und war begeistert von der Energie und Motivation der Teilnehmer, die bis zum Ende der Woche stetig stieg. Auch anfangs sehr stille Leute tauten langsam auf und zeigten sich auf einmal von einer ganz anderen aufgeweckten Seite.
Ich versuche mich als Stimmungsmacher
Im Stadion wurden Kreistänze mittlerweile zum Ritual und jeder musste mal als Stimmungsmacher herhalten. Die Stimmung kochte und brüllendes Gelächter brach aus, als ich dann in der Mitte des Kreises stand und mich als Stimmungsmacher versuchte. Ich brüllte: „Aico Cobana“, alle: „Maningi, maningi.“ Anscheinend brachte meine europäische Aussprache und meine Tanzbewegungen alle zum Schmunzeln und Lachen.
Die Lehrprobe
Freitagmorgen: Die Lehrerinnen und Lehrer mussten zeigen, was sie gelernt hatten. Hunderte Schulkinder waren ins Stadion gekommen. Jedem Team wurden rund 20 Kinder zugeteilt. Patricia, Kepha, Kainunula und ich beobachteten alles genau, machten Notizen und gaben jedem Lehrer ein persönliches Feedback.
Der Tag endete mit riesiger Begeisterung bei der Verteilung der Zertifikate und der Sportmaterialien. Die Fußbälle wurden genauestens betrachtet und sofort auf ihre Tauglichkeit hin überprüft. Alle Lehrer zogen sofort ihre T-Shirts an, und ich knipste ein schönes Abschlussfoto.
Mit leeren Kisten fuhren wir nach Hause nach Bukoba. Wir fühlen uns gut, weil eine sehr erfolgreiche Woche hinter uns liegt. Liebe Grüße aus Bukoba!
Eure Verena


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